Mafiöse Strukturen bei Sportwetten

By admin, 18 Mai, 2010, No Comment

Der Wettskandal von 2005 war langsam aus den Köpfen der Menschen verschwunden, die Wettanbieter im Internet hatten versichert, dass es neue Sicherheitsmechanismen gäbe und die Fußballligen haben sich auch auf ein Überwachungssystem verständigt, als doch der nächste Wettskandal im Jahr 2009 über den Fußball hereinbrach. Vom Ausmaß her wurde dieser noch höher gehandelt, als der Skandal von 2005.

War der Ablauf 2005 schon gut organisiert, so nahmen die Manipulationen 2009 schon fast generalstabsmäßige Züge an und Sonderkommissionen für organisierte Kriminalität nahmen ihre Arbeit auf. Dabei führten die Ermittlungen auch diesmal bis in die Bundesliga, aber es konnte kein Verdacht erhärtet werden, so dass die höchste deutsche Spielklasse seit 1971 wohl weiterhin bestechungsfrei bleibt.

Doch in den unteren Ligen sah die Lage wieder anders aus, so mussten zwei Spieler des SC Verl ihren Hut nehmen, da sie zugegeben hatten, dass sie Geld für Spielmanipulationen angenommen hatten. Auch ein Spieler des VfL Osnabrück gestand, dass ihm eine Erlassung seiner fünfstelligen Schulden erlassen werden sollten. Er sagte aus, dass er von der Manipulation aber abgesehen hat, da seine Mannschaft das Spiel sowieso aufgrund schlechter Leistung verlor.

Der Skandal zog sich über ganz Europa und es kursierten sogar Gerüchte, dass Vereinsärzte und Köche absichtlich Spieler vergifteten, damit diese nicht in der Lage waren zu spielen und es ging sogar soweit, dass wegen Freiheitsentzug ermittelt wurde. Einer der Hintermänner des Wettbetrugs soll einen Wettanbieter in mehrere Tage in einem Keller gefangen gehalten haben, um Wettschulden einzutreiben. Ans Licht kam der Skandal übrigens erst durch eine Telefonüberwachung im Zuge von Ermittlungen zur organisierten Kriminalität, ein Zeichen dafür, dass die „harmlosen” Spielmanipulationen von 1971 schon lange Geschichte sind.

{Comments are closed}